Frauen um die 50 sind am stärksten belastet

8. März 2010

Die Betreuung greiser Eltern und die Beaufsichtigung von Enkelkindern, oftmals noch neben der Berufsarbeit, zehrt viele Frauen auf.

Nicht wenige Frauen im 6. Lebensjahrzehnt versuchten und versuchen sich in eine Frührente zu retten, doch das ist heute nur noch sehr schwer möglich. Andere Frauen geben unter Inkaufnahme von eigenem Einkommen und späteren Rentenverlusten vorzeitig ihren Beruf auf, um den familiären Belastungen standhalten zu können.

Elzbieta Szwalkiewicz, die sich “Landes-Pflegebeauftrage” nennen darf, geht im Gespräch mit der Rzeczpospolita davon aus, dass in Polen ca. 1,2 Mio. ältere Menschen in irgendeiner Form Hilfe und Betreuung brauchen. In den polnischen Pflegeheimen gibt es aber nur 140.000 Plätze. Ca. 400.000 Alte und oftmals hochgradig Pflegebedürftige werden in den Familien betreut. 800.000 wohnen noch selbstständig, erhalten aber Hilfen von Familienangehörigen, manchmal auch Nachbarn und professionellen Helfern.

Die Frauen mittleren Alters werden aber nicht nur durch die Pflege und Betreuung ihrer greisen Eltern belastet. Nicht selten müssen sie sich an der Beaufsichtung der kleinen Kinder ihrer erwachsenen Söhne und Töchter beteiligen. Krippen- und Kindergartenplätze sind rar, das Arbeitseinkommen des Mannes reicht in jungen Familien oft nicht aus, die jungen Frauen sind gerade in den Grossstädten die wichtigste Arbeitnehmergruppe des Dienstleistungssektors.

Und ihre Mütter und Schwiegermütter können an solchen Tagen wie dem “Internationalen Frauentag” auch im Nach-Wende-Polen mit einer Rose, einer Nelke oder gar einem ganzen Blumenstrauss rechnen, – und können oftmals nur mit einem müden Lächeln reagieren.

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