Zinsspekulationen treiben Zlotykurs
5. März 2010
Der Kurs der polnischen Währung hat in dieser Woche um über 2 % zugelegt. Heute morgen kostete ein Euro nur noch 3,88 Zloty.
Weniger das Nachlassen der sog. Risikoaversion macht Geldanlagen in Zloty für die internationalen Finanzmarktakteure wieder attraktiv. Der Markt wird getrieben von der Hoffnung auf baldige Zinserhöhungen und gute Renditen.
Das Mitglied des Nationalbankrates, Slawomir Skrzypek, hatte am Mittwoch lauthals erklärte, dass es Zeit werde, über Zinserhöhungen nachzudenken, und damit Zinsspekulationen neue Nahrung gegeben. Doch bereits zuvor hatten sich internationale Investmentbanken zu relativ günstigem Kurs noch mit Zloty eingedeckt. Auch polnische Geschäftsbanken haben die Entwicklung vorweggenommen und bieten ihren Einlage-Kunden seit Mitte Februar für mittel- und langfristige Anlage höhere Zinsen an.
In Polen freuen sich insbesondere Kreditnehmer, deren Kredite auf Fremdwährungen lauten. Auch Finanzminister Rostowski, der für die Bedienung der Auslandsschulden zuständig ist, kann der Entwicklung sicher positives abgewinnen. Weniger erfreut dürften dagegen die Arbeitsemigranten sein, die mit ihren, zumeist spärlichen Löhnen Familienangehörige in Polen unterstützen. Ausgesprochen problematisch ist die Kurssteigerung des Zloty aber vor allem für die polnischen Exporteure, sie haben ihre Preise z. T. auf Kursverhältnissen zum Euro von 1:4 oder 1:4,1 kalkuliert.













