Neue Ermittlungen gegen SS-Angehoerige

1. August 2009

Noch lebende Angehoerige von SS-Brigaden, die an der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes beteiligt waren, muessen weiter mit einer Anklage rechnen.

Anlaesslich des 65. Jahrestages des Aufstandsbeginns berichten polnische Zeitungen ueber Ermittlungen des “Instituts des nationalen Gedenkens” (IPN) und der polnischen Staatsanwaltschaft. Diesen Ermittl;ungen vorausgegangen war eine offenbar umfangreiche Recherchearbeit des Museums des Warschauer Aufstands in russischen Archiven, die zur Erstellung einer Liste Verdaechtiger fuehrte. Ermutigt fuehlten sich die polnischen Stellen, die nach eigenen Angaben inzwischen auch mit der Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg zusammenarbeiten, dabei offenbar von den deutschen Bemuehungen um ein Strafverfahren gegen den ukrainischen SS-Mann Demjaniuk.

Ob es allerdings jemals zu einer Anklageerhebung im Falle noch lebender Angehoeriger der in Warschau eingesetzten SS-Abteilungen Dirlewanger, Reinefarth und Kaminski kommt, haengt davon ab, ob man diesen Personen konkrete Kriegsverbrechen, z. B. Geiselerschiessungen, vorwerfen kann. Auf diese Feststellung legen alle polnischen Stellen wert.

Gegen Angehoerige der Brigade Dirlewanger und andere war bereits in den 80er Jahren in Deutschland ermittelt worden. Die Ermittlungen verliefen jedoch im Sande. Im Gespraech mit der “Rzeczpospolita” fuehrt der in Deutschland arbeitende polnische Historiker Bogdan Musiol dies darauf zurueck, dass Sympathisanten des NS-Regimes lange Zeit in den deutschen Ermittlungsbehoerden ueber Einfluss verfuegten.

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