Gewerkschafter protestieren

30. April 2009

5000 Eisenbahn-Gewerkschafter demonstrierten gestern diszipliniert in Warschau, bei der Demo von Werftarbeitern aus Gdansk ging es weniger friedlich zu.

Die Eisenbahner hatten sich zur Abschlusskundgebung vor dem Infrastruktur-Ministerium versammelt und forderten wirksame Massnahmen der Regierung, durch die ein Überleben der noch staatlichen Eisenbahngesellschaften der PKP gesichert wird.

Einige Hundert ”Solidarnosc”-Gewerkschafter aus Gdansk hatten sich vor dem Kulturpalast versammelt, wo sich gestern Delegierte der Europäischen Volkspartei EPP zu ihrem Parteikongress trafen. Die Danziger Werftarbeiter befürchten nach dem Ende der Werften in Szczecin und Gdynia, dass auch ihr Betrieb demnächst geschlossen werden muss, weil die EU die Rückzahlung von Staatsbeihilfen verlangt.

Als Autorreifen in Brand gesetzt wurden und aus der Versammlung Knallkörper gegen die Sicherungskette der Polizei flogen, griff diese mit Tränengas-Granaten und Wasserwerfern ein. Es kam zu einem Gerangel. Ein Arbeiter wurde ins Krankenhaus gebracht. — Ergänzung: Vorstehende Meldung beruht auf Nachrichten der polnischen elektronischen Medien von gestern abend. Seit heute vormittag liegt eine Pressemeldung der “Solidarnosc” vor, in der die Vorkommnisse etwas anders dargestellt werden. Danach sei die Polizei mit grosser Härte gegen die Gewerkschafter vorgegangen. Insgesamt 25 von ihnen hätten sich in stationäre Behandlung begeben müssen, 12 ins Krankenhaus von Nowy Dwor, 13 in Warschauer Krankenhäuser. Alle Betroffenen hätten über Schwindelgefühle und Sehstörungen geklagt. Der Vorsitzende der “Solidarnosc”, Sniadek, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die hätte dem Wasser der Wasserwerfer eine unbekannte chemische Substanz beigemischt, die zu den Verletzungen geführt hätten. Er forderte die volle Aufklärung des Polizeieinsatzes.

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